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04.05.2009 eBusiness
Transparenz und Datenschutz im Web 2.0.

Kaum ein Jugendlicher kommt heute ohne Online-Plattformen wie StudiVZ, Facebook und YouTube oder Instant Messaging-Dienste wie ICQ oder MSN aus. Vor allem für ihr "Beziehungsmanagement" hat es mittlerweile eine überragende Bedeutung. Allerdings kollidiert diese Bedeutung mit wesentlichen Aspekten des Daten- und Nutzerschutzes sowie der Transparenz. Dies geht aus der Studie "Heranwachsen mit dem Social Web" hervor, die die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) jetzt vorstellte.

Das "Web 2.0" steht danach einerseits für besondere Chancen, die sich daraus ergeben, dass die Internetnutzer nicht nur selbst Inhalte anbieten, sondern auch das Netz für die verschiedensten Formen von Beziehungspflege nutzen können. Andererseits steht es aber auch für besondere Risiken wie problematische Online-Bekanntschaften und die Preisgabe privater Daten, "Cybermobbing" und Hassgruppen. Die LfM-Studie gibt Aufschluss darüber, was Jugendliche und junge Erwachsene über die neuen Kommunikationsmöglichkeiten denken, wie sie im Alltag mit diesen umgehen und welche Unterschiede sich dabei je nach Alter, Geschlecht und sozialem Kontext zeigen. Damit wird eine Grundlage geschaffen für eine sachliche Auseinandersetzung mit diesem wichtigen und heute bereits alltäglichen Bestandteil der Medienlandschaft. Die Studie basiert u. a. auf einer Repräsentativbefragung von insgesamt 650 Jugendlichen.

Die meisten Befragten haben bereits in irgendeiner Form Erfahrungen mit Online-Mobbing gemacht - entweder in Bezug auf die eigene Person oder z. B. auf Mitschüler. Zumeist bezieht sich diese Erfahrung auf "peinliche" oder "blöde" Fotos, einige wenige Schüler berichten auch von Schüler- oder Lehrerhassgruppen auf ihrer Netzwerkplattform. In Einzelfallanalysen werden z. B. Erfahrungen von Schülern geschildert, die bereits mehrfach massiv gemobbt wurden, auch über riskante Erfahrungen mit Online-Bekanntschaften wird berichtet. Angesichts der Bedeutung von Social Web-Angeboten für Heranwachsende sowie der Risiken liegt bei den Anbietern eine erhebliche Verantwortung. Diese wird dadurch verstärkt, dass einige von diesen Angeboten, z. B. SchülerVZ und StudiVZ, enorme Reichweiten erzielen. Die Befunde der Studie bekräftigen die Dringlichkeit, dass die Anbieter den Weg fortsetzen, der mit den jüngsten Verhaltensregeln für Netzwerkplattformen beschritten wurde.

"Die Anbieter haben die Verantwortung, dem Nutzer größtmögliche Transparenz über die Geschäftsbedingungen und bessere Vorkehrungen zum Datenschutz zu bieten", so Dr. Jürgen Brautmeier, Stellvertreter des LfM-Direktors. Zugleich sollte den Nutzern die Entscheidungsfreiheit eingeräumt werden, inwieweit sie ihre Daten dem Anbieter für die Nutzung zu anderen Zwecken, beispielsweise werblicher Art, zur Verfügung stellen. Weiter sei sicherzustellen, dass beschlossene Verhaltensregeln konsequent und nachvollziehbar umgesetzt werden. Als Beispiele nannte Brautmeier die Voreinstellung von Profilen von Unter-18-Jährigen als "privat" sowie einfache Möglichkeiten für die Nutzer, sich unmittelbar über Inhalte oder regelwidriges Verhalten Anderer im Netz zu beschweren.

Brautmeier betonte, dass Anbieter und Nutzer sich verstärkt mit der Frage befassen müssten, wie ein respekt- und verantwortungsvoller Umgang im und mit dem Social Web gefördert werden kann. Auch Eltern und Schule kommt eine hohe Bedeutung bei der Stärkung des Bewusstseins von Chancen und Risiken zu. Die Landesmedienanstalten können dabei Hilfestellung bieten. So helfen Projekte wie beispielsweise Klicksafe bei Fragen zur Internetsicherheit und die LfM finanziere allein in diesem Jahr 460 Elternabende zu diesen Themen.


Quelle: media.nrw.de

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