28.08.2007 eSecurity Besserer Schutz vor Spionage - kostenlose Hilfe"Da der Mensch die größte Sicherheitslücke ist, sollte jedes Unternehmen klare Verhaltensregeln für seine Mitarbeiter entwickeln und auch anwenden", so NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf. Sorge mache ihm vor allem die staatlich gelenkte oder unterstützte Wirtschaftsspionage, von der vor allem kleine und mittelständische Unternehmen betroffen seien. Hier sieht der Innenminister einen großen Nachholbedarf beim Thema Sicherheitsbewusstsein. Fachleute gehen davon aus, dass fünf bis fünfzehn Prozent des Wissens eines Unternehmens sein Kern-Know-how ausmachen und über sein Überleben entscheiden. Besonders schutzbedürftige Branchen sind nach wie vor die Militär- und Rüstungstechnologie sowie Wissenschaft und Technik insgesamt. Aber nicht nur sensible Firmendaten seien durch Hackerangriffe von außen bedroht, warnt der NRW-Innenminister. Als Praktikanten getarnt, schmuggeln ausländische Wirtschaftsspione Daten, Formeln, Rezepte oder Konstruktionszeichnungen aus ihren Gastunternehmen. Botschaften und Konsulate bieten ihnen weitere Möglichkeiten, sich zu tarnen. Bei scheinbar harmlosen Geschäftsreisen, Messen oder Botschaftsveranstaltungen versuchen sie nach Erkenntnissen des NRW-Verfassungsschutzes, das Vertrauen von Vertretern interessanter Wirtschaftsbereiche zu gewinnen. Ihr Ziel: Die mehr oder weniger unabsichtliche Preisgabe von Know-how. Immer häufiger verschwinden PCs, Laptops und andere Datenträger, von den Unternehmen zunächst nur als Verlust von Hardware eingestuft. Tatsächlich kann aber mit jedem Datenträgern auch Firmen-Know-how gestohlen worden sein. Aktuelle Studien bestätigen, dass rund 40 Prozent aller deutschen Unternehmen bereits durch kriminelle Angriffe im Wirtschaftsbereich geschädigt worden sind. "Somit ist Produktpiraterie kein Kavaliersdelikt, sondern schadet nachhaltig dem Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen und gefährdet Arbeitsplätze", betonte Wolf. Die Dunkelziffer bei der Wirtschaftsspionage sei hoch, da viele Unternehmen um ihr Image fürchten und den Schaden möglichst nicht öffentlich machen. Der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen bietet Unternehmen kostenlose Beratungen zum nachhaltigen Schutz vor Spionage an. "Immer mehr Unternehmen nutzen diesen Rat, weil sie mittlerweile wissen, dass sie uns vertrauen und wir ihnen helfen können", berichtete der Minister. 2001 suchten 50 Firmen Hilfe - 2006 hatte sich die Zahl bereits mehr als verdreifacht. Möchten Firmen als ersten Schritt ihr Risiko einschätzen, ob sie überhaupt ein Angriffsziel sind, können sie dies in weniger als fünf Minuten über eine verschlüsselte Verbindung herausfinden. Die Spionageabwehr Nordrhein-Westfalen bietet dazu einen Online-Selbsttest. Um das das Know-how von Unternehmen zu schützen, ergriff die Spionageabwehr Nordrhein-Westfalen schon vor Jahren die Initiative. 2001 wurde die "Sicherheitspartnerschaft zur Bekämpfung von Wirtschaftsspionage und Wirtschaftskriminalität" gegründet. Darin zusammengeschlossen haben sich der Verband für Sicherheit in der Wirtschaft NW (VSW NW), die Vereinigung der Industrie- und Handelskammern Nordrhein-Westfalen (IHKV NRW), das Wirtschaftsministerium und das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Ihr Ziel ist der präventive Schutz vor Wirtschaftsspionage durch wirkungsvolle Konzepte. Zu diesen Konzepten gehört der regelmäßige Austausch über aktuelle Entwicklungen und die gegenseitige Unterstützung bei Veranstaltungen wie den Außenwirtschaftstagen und Fortbildungen. Der Verfassungsschutz informierte auf 115 Veranstaltungen im vergangenen Jahr mehr als 2.500 Unternehmensvertreter. NRW Innenministerium |
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