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14.07.2009 eBusiness
Obama oder Finanzkrise: TV-Suchmaschine findet Beiträge

Die bisherigen Systeme müssten, dem Fraunhofer IAIS zufolge, in regelmäßigen Abständen von Fachleuten aktualisiert werden und seien daher mit hohen laufenden Kosten verbunden. Basis dieser Systeme ist eine Art Lexikon, das alle erkennbaren Wörter enthält. Neue Themen und Köpfe bringen jedoch neue Wörter mit sich, seien es "Finanzkrise" oder Namen wie "Obama". Um diese Begriffe finden zu können, müssen sie zuvor in das Lexikon übertragen werden. Dagegen basiere das Fraunhofer-Sysgtem auf einem Silbenlexikon statt auf einem Wortlexikon.

Während klassische Spracherkenner nur eine begrenzte Zahl von Worten identifizieren können, sei die Anzahl verschiedener Silben handhabbarer. "Mit etwa 10 000 gespeicherten Silben können wir jedes Wort zusammensetzen", sagt Daniel Schneider, Forscher am IAIS. So erschließe das Programm auch neue Worte selbst, indem es sie aus den gespeicherten Silben zusammensetzt, wie beispielsweise "Fi-nanz-kri-se". Deswegen müsse das System nicht aktualisiert werden und verursache auch keine laufenden Kosten.

Für die Suche werden die Fernsehsendungen zunächst segmentiert: Ändert sich beispielsweise der Sprecher oder kommt ein Filmbeitrag und variiert also der Inhalt der Audiospur, speichert das Programm die folgenden Szenen als neues Segment ab. Der Anwender kann von Sprecher zu Sprecher navigieren, etwa nur die Beiträge eines Interviewpartners anschauen. In einem weiteren Schritt analysieren Sprachalgorithmen die einzelnen Worte.

Für den Anwender präsentiert sich das Programm wie eine herkömmliche Suchmaschine. Er gibt den Suchbegriff ein, wenige Millisekunden später hat das Programm 10.000 Stunden aufgearbeitetes Datenmaterial durchsucht. Die Ergebnisse werden wie bei Internet-Suchmaschinen im Satzzusammenhang angezeigt. Ein Klick, und die entsprechende Stelle des Filmmaterials wird abgespielt. Nach Angaben der Entwickler finde das System bereits über 85 Prozent der gesprochenen Begriffe. Auch ein Lizenzmodell des Programms gebe es bereits.


Quelle: media.nrw.de

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